Vorsicht: Giftpflanzen!

Dieser Artikel soll niemanden verunsichern, aber es ist sicher nicht verkehrt, immer ein wachsames Auge auf Pflanzen zu richten, die für Ihren Hund eine Gefahr darstellen können, weil sie giftige Stoffe beinhalten.

Wenn sie ein neues Heim beziehen, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die bereits vorhandene Gartenbepflanzung richten:

Es gibt etliche bekannte und vor allem sehr beliebte Gartenpflanzen, selbst Gemüsepflanzen, die trotz ihrer Schönheit und Beliebtheit Stoffe enthalten, die bei unseren Cavalieren zum Teil gravierende und sogar tödliche Vergiftgserscheinungen hervorrufen können.
Deshalb mag der Eine oder Andere überrascht sein, dass ausgerechnet seine Lieblingspflanze überhaupt nicht in seinen Garten gehört. Vor allem, wenn ein Welpe einzieht, sollte die betreffende Pflanze entweder umzäunt oder sogar sicherheitshalber ganz entfernt werden.

Werfen Sie auch einmal einen aufmerksamen Blick auf Ihre Zimmerpflanzen, denn auch unter diesen gibt es eine Reihe, die für Ihren Hund giftig sind!
Auch können ungiftige Pflanzen, die Sie gerade gekauft haben, kurz zuvor mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel behandelt worden sein, das giftig wirken kann; in dem Fall träfe die Pflanze selbst natürlich keine "Schuld".

Aufmerksam sollten Sie aber auch auf Spaziergängen sein, bei denen Ihr Hund bekannte und unbekannte Pflanzen oder Teile davon anknabbert oder gar frisst. Auch das Stöckchen, das Sie zum Werfen vielleicht unterwegs abbrechen, sollte nicht ausgerechnet von einer Eibe stammen...

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihr Hund eine giftige Pflanze allein erkennen wird und sie deshalb ignoriert!
Er weiß ebenso wenig wie ein Mensch "instinktiv", ob eine Pflanze giftig ist. Besondere Aufmerksamkeit brauchen Welpen und junge Hunde, die gern an allem herumknabbern und wegen ihres noch empfindlichen Verdauungstraktes und ihres noch nicht voll entwickelten Abwehrsystems besonders gefährdet sind.

Auch ist zu beachten, dass nicht alle Pflanzen oder Pflanzenteile für alle Tiere gleichermaßen giftig oder ungiftig sind.
Beispiel: Die Avocado, eine birnenförmige Frucht (eigentlich eine Beere) mit gelblich-grünem Fruchtfleisch. Sie ist für uns vielleicht eine Delikatesse, aber auf Pferde, Rinder, Ziegen, Schafe, Hunde und Katzen, Kaninchen, Hasen, Ratten und Mäuse, Meerschweinchen, Hamster, Fische und Vögel wirkt das Fleisch zum Teil stark giftig bis tödlich.

Wenn Sie einmal mit "Giftpflanzen" googeln, finden Sie mehrere hundert Pflanzen umfassende Listen von "A" wie "Abendländischer Lebensbaum" bis "Z" wie "Zypressenwolfsmilch".
Dazwischen finden sich Pflanzen wie  Alpenveilchen, Besenginster, Dicke Bohne, Efeu, Engelstrompete, Fingerhut, Goldlack, Herbstzeitlose, Immergrün, Jakobskreuzkraut, Krokus, Primel, Rhododendron, Robinie, Stechapfel, Tulpe u.v.a., die mehr oder weniger schwere Vergiftungserscheinungen, zumindest aber (Schleim-)Hautprobleme verursachen können.

Dass Medikamente, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel immer außerhalb der Reichweite Ihres Hundes bleiben müssen, ist selbstverständlich. Achten Sie auch auf Rattengift, Schneckenkorn, Mäusegift u. ä.


Woran erkennt man eine Vergiftung?

Das Erkennen einer Vergiftung ist allein schon deshalb nicht immer einfach, weil die Symptome manchmal erst nach Stunden auftreten können und dann die Ursache viel schwieriger zu ermitteln ist als während oder gleich nach dem "Kontakt" mit dem Gift.
Allgemein kann man sagen, dass ein Verdacht auf eine Vergiftung immer dann ins Auge gefasst werden sollte, wenn sich der Hund plötzlich ganz anders verhält als normal; z. B. wenn er auf einmal viel ruhiger oder auch ängstlicher ist, wenn er sein Lieblingsfutter und seine Leckerchen nicht mag und er sein Lieblingsspielzeug links liegen lässt.

Haben Sie den Verdacht auf eine Vergiftung gilt:

SOFORT und schnellstens zum TIERARZT!

Nehmen Sie möglichst eine Probe von dem mit, was zur Vergiftung geführt hat; dazu gehört vor allem auch das eventuell Erbrochene, das oft noch Teile davon enthält.

Ist ein Tierarzt nicht erreichbar, können Sie auch bei einer Vergiftungszentrale (i
n Deutschland gibt es ca. 9) anrufen, dort sind kompetente Leute, die schon vorab am Telefon hilfreiche Ratschläge geben können.

Zu den Symptomen einer Vergiftung gehören:

  • - erhöhter Speichelfluss ("Sabbern") oder sogar Schaum vor dem Mund
    - Erbrechen und/oder Durchfall
  • - blasse oder blaue Schleimhäute oder punktartige Einblutungen in den Schleimhäuten
  • - beschleunigte Atmung, Hecheln
  • - erhöhter Puls, Herzrasen
  • - erhöhte oder auch niedrige Körpertemperatur
  • - starke Erregungszustände mit Zittern und Muskelkrämpfen
  • - harter, aufgeblähter Bauch
  • - Kreislaufbeschwerden und Lähmungserscheinungen bis zur Bewusstlosigkeit.

Um sicher zu gehen, dass beim Versuch einer Aufzählung der Giftpflanzen und ihres Giftigkeitsgrades nichts Wichtiges vergessen wird, verweise ich auf einschlägige Seiten im Internet. Hier nur 1 Beispiel:

http://www.botanikus.de/Botanik3/Tiere/Hunde/hunde.html


von der auch einige Hinweise für den obigen Text entnommen wurden; die Seite enthält eine umfangreiche und sehr informative tabellarische Aufzählung  heimischer und auch importierter giftiger Zimmer- und Freilandpflanzen, einschließlich Beeren und Früchten, mit den entsprechenden giftigen Pflanzenteilen, den Wirkstoffen und den Symptomen. Die Namen der Pflanzen kann man anklicken, dann gelangt man zu einem bebilderten Artikel, in dem die entsprechende Pflanze abgebildet ist und ihre Inhaltsstoffe genauer berschrieben werden.

Auch wenn Sie ein noch anderes Tier außer einen Hund haben, finden Sie hier die entsprechenden Hinweise und Warnungen vor solchen Pflanzen, die speziell für diese Tiere giftig sind.
Sollten Sie den Link nicht direkt anklicken können, kopieren Sie ihn einfach und fügen Sie ihn in Ihren Browser ein.

Ansonsten "googeln" mit den Begriffen "Vergiftung" und "Hund"; Sie finden eine Fülle entsprechender Seiten.
 

                                                                                                                               Dr. Hartmut Nüske