Die Gesundheit der Cavalier King Charles Spaniel

Die folgenden Beiträge beschäftigen sich mit der Gesundheit, Gesundheitsfürsorge und den Gesundheitsstörungen beim Hund im Allgemeinen und beim Cavalier im Speziellen

Arnold Chiari-Malformation (CM) - Syringomyelie (SM)

Was ist nun eigentlich was?



Bei der Arnold Chiari-Malformation oder Chiari like Malformation handelt es sich um eine Lagevariante des Kleinhirns, dem hintersten Teil des Gehirns, die nicht nur bei verschieden Tieren beschrieben wird sondern auch beim Menschen vorkommt.
Vereinfacht gesagt ist der Hinterhauptsknochen des Schädels zu klein, bzw. stehen die Größe des Hinterhauptknochens und des Kleinhirns im Missverhältnis. Dadurch hat das Kleinhirn für seine Ausdehnung im Schädel zu wenig Platz. Somit können sich Anteile des Kleinhirns zum Hinterhauptsloch (das ist die Öffnung für das Rückenmark) hin verlagern. Wenn dies passiert, ist es möglich, dass sie auf das beginnende Rückenmark, das hier auch "hohes Halsmark" genannt wird, drücken.

Wenn nun das Kleinhirn mehr oder weniger auf das Halsmark drückt, kann das Nervenwasser des Hirns nicht ungestört zum Rückenmark abfließen. Wenn das Nervenwasser nicht gut abfließen kann, ist es möglich, dass sich das Nervenwasser langsam im Großhirn staut. Dies kann im schlimmsten Falle bis zur Entstehung eines inneren Wasserkopfes führen. Da diese Vorgänge langsam fortschreiten, entwickelt sich dieser Wasserkopf (Hydrocephalus) langsam.

Symptome eines Wasserkopfes sind unter anderem Kopfschmerzen, was sich beim Hund meist durch vermehrten Rückzug zeigt. Auch können Gang- und Bewegungsstörungen (Ataxie) daraus resultieren.
Die Diagnose der Chari like Malformation ist aber nicht gleich mit einer Erkrankung zu setzen. Lediglich die Schwere der Lageanomalie des Kleinhirns entscheidet darüber, ob sich die beschriebenen Folgen entwickeln.
Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass die Arnold Chiari Malformation nicht nur beim Cavalier vorkommt. Sie ist auch bei anderen brachycephalen Rassen- dies sind kurzschädlige, rundköpfige, kurznasige Rassen- wie z.B. Chihuahua, King Charles Spaniel, Französische Bulldogge, Brüssler Griffon u. v. m. beschrieben.
Eine Erkrankung, die in Verbindung mit der Arnold Chiari Malformation des Cavaliers zu stehen scheint, die aber keinesfalls damit gleich zu setzen ist, ist die Syringomyelie.

Leider werden beide Erkrankungen umgangssprachlich und in der Presse gern gleich verwendet. Dadurch werden Studienergebnisse zur Arnold Chiari Malformation auf die Syringomyelie bezogen, was zu falschen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Gesundheit unserer Rasse führt.

Eine Syrinx ist ein mit Nervenwasser (Liquor) gefüllter Hohlraum im Zentralkanal des Rückenmarks. Als Ursache wird hier eine Nervenwasserzirkulationsstörung angenommen, die in Verbindung mit dem gestörten Liquorabfluss zu stehen scheint. Eine Syrinx kann aber grundsätzlich auch nach mechanischen Traumen (Unfällen) entstehen.
Das Nervenwasser der Syrinx kann je nach Lage und Größe auf die Nervenbahnen des Rückenmarks drücken und somit zu neurologischen Problemen wie Missempfindungen, Schmerzen oder Lähmungen führen.
Das bekannteste Symptom ist das so genannte „Scheinkratzen", das meist einseitig an Hals und Ohr erfolgt und bei dem der Hund in den meisten Fällen die Haut nicht oder nur kaum berührt. Der Hund vermeidet die Berührung an einer Stelle (meist) des Halses, weil sie ihm unangenehm ist. Besonders bei Aufregung oder Berührung der Stelle wird das Scheinkratzen gezeigt. Manche Hunde schlafen mit erhöhtem Kopf, eine reflektorische Seitwärtsverbiegung der Wirbelsäule kann oft beobachtet werden.

Frau Claire Rusbridge, die als Expertin für diese Erkrankungen beim Cavalier gilt, berichtet, dass 95% aller Cavaliere in Großbritannien die Arnold Chiari Malformation (CM) aufweisen.
Jedoch ist der Rückschluss aus diesem Forschungsergebnis: alle diese Hunde mit CM werden an den Symptomen einer Syringomyelie erkranken, absolut falsch.
Es scheint vielmehr so zu sein, dass nach der derzeitigen Datenlage zum Glück nur ein sehr kleiner Prozentsatz unserer Cavaliere im Laufe des Lebens Symptome einer Syringomyelie entwickelt, selbst wenn er eine CM aufweist.

In diesem Zusammenhang verweise ich nochmals eindringlich auf meine immer wieder geäußerte Bitte, mir unbedingt die tierärztlichen Unterlagen zuzuschicken, sollten bei Ihrem Hund Symptome der Syringomyelie bzw. einer Arnold-Chiari-Malformation festgestellt worden sein.
Die Experten für diese Erkrankung sind zwar darüber einig, dass es sich bei der Syringomyelie um eine Erbkrankheit handelt. Zum genauen Erbgang liegen bisher Theorien vor, auf die sich die Forschung derzeit u.a. konzentriert.
An der Entwicklung eines Gentests wird ebenfalls seit geraumer Zeit gearbeitet, was aber vermutlich nicht in absehbarer Zeit zum Erfolg führen wird.

Die anatomischen Veränderungen der Arnold Chiari Malformation sowie die Syrinx können bisher nur mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT) = Kernspintomographie sicher nachgewiesen werden. Dazu muss der Hund in eine längere Narkose gelegt werden.
Wichtig erscheint dabei, dass der untersuchende Radiologe oder Neurologe viel Erfahrung mit der Lagerung des Cavaliers während der Untersuchung hat, um die Befunde sicher zu erheben und anschließend auswerten zu können.


Stand: 03.08.2011

Die Normalwerte des Cavalier King Charles Spaniel

 

 

Körpertemperatur

Gemessen mit einem Fieberthermometer tief im After mindestens 1 Minute

Normalbereich             37,5- 38,5 °C
Erhöhte Temperatur     39 ° C
Fieber ab                     39,2 ° C
Untertemperatur          37 ° C und darunter  

 

Herzschlagfrequenz

Fühlbar an der linken Seitenbrust hinter dem Ellenbogen

Normalfrequenz            60 – 150 Schläge pro Minute
Erhöhte Frequenz        130 – 160 Schläge
Erniedrigte Frequenz    50 Schläge u. darunter

Der Herzschlag eines Cavaliers und somit auch der Puls haben eine gewisse Unregelmäßigkeit die von der Atmung und der Aufregung abhängig sind. Diese Unregelmäßigkeiten sind wiederkehrend und sollten bei Beobachtung des Hundes der Atmung angeglichen sein. Beim Einatmen ist die Herzfrequenz schneller, beim Ausatmen langsamer.  

 

Puls

Fühlbar in der Mitte des inneren Oberschenkels an der Oberschenkelarterie

60- 120 /Minute

Pulsfrequenz sollte wie Herzfrequenz kräftig sein

Krankhaft: klopfender, harter Puls, schwacher, fader Puls, unregelmäßiger Puls

Herzschlag und Atemfrequenz werden bei Bewegung und Aufregung immer erhöht sein. Sobald der Cavalier wieder in Ruhestellung ist, sollten die beiden Werte sich binnen 10 Minuten normalisieren.

 

Atmung

Die Atemzüge werden durch die Bewegung der Rippen erkannt und an der letzten Rippe gezählt.

Normale Atemfrequenz          40- 60 Atemzüge /Minute
Erhöhte Atemfrequenz          70- 120 Atemzüge
Erniedrigte Atemfrequenz     20 Atemzüge

 

Hecheln

vermehrte Atmung durch den offenen Fang gilt nicht zur Bestimmung der Atemfrequenz. Hier wird Wasser verdunstet, damit der Hund seine innere Körpertemperatur regulieren kann.

Hecheln kommt vor bei Hitze, Anstrengung, freudiger Erregung, Überhitzung, innerlicher Unruhe, Fieber, Schmerz.

 

Schleimhäute

Rosarot        Normalfarbe
Hochrot       Verdacht auf Entzündung
Bläulich        Verdacht auf Sauerstoffmangel
Weiß            Verdacht auf Blutarmut, Blutverlust

Kapillarfüllungszeit: wird geprüft, indem man die rosa Mundschleimhaut an der Innenseite der Lefze mit dem Finger fest drückt. Es entsteht ein weißer Fleck, der sich binnen 2 Sekunden wieder rosa färben muss.

Primär sekretorische Otitis media (PSOM)

 

Bei der primär sekretorischen Otitis media (Mittelohrentzündung) kurz: "PSOM" genannt, handelt es sich um eine Erkrankung des Mittelohres, die einige Symptome aufweisen kann, die der Syringomyelie ähneln können. Im englischen Sprachraum wird diese Erkrankung auch „glue ear" (Klebstoffohr) genannt.

Das Mittelohr hat eine anatomische Verbindung zum Nasen-, Rachenraum, die Ohrtrompete, auch anatomisch Tuba auditiva Eustachii genannt. Über diese Verbindung wird das Mittelohr belüftet und somit kann das Trommelfell frei schwingen. Wird diese Verbindung verlegt, kommt es zu einem Unterdruck im Mittelohr. Dies dürften die meisten von uns bereits selbst bei einer Erkältung erlebt haben. Der Hals ist geschwollen, die Tuba wird verlegt, man spürt einen Unterdruck im Ohr und versucht, das Ohr durch Pressen zu belüften.

Besteht nun der Unterdruck im Mittelohr länger, kommt es zur "Ausschwitzung" eines so genannten Transsudates in das Mittelohr. Dies ist eine körpereigene Flüssigkeit, die durch die Schleimhaut des Mittelohres abgesondert wird. Diese Flüssigkeit dickt nun nach und nach ein, die Abläufe wiederholen sich, es entsteht ein zähflüssiger Pfropf im Mittelohr. Dadurch wird das Trommelfell langsam nach außen vorgewölbt. Nunmehr besteht ein Überdruck im Mittelohr.

Die Symptome, unter denen unsere Cavaliere bei diesen Vorgängen leiden, können kaum wahrnehmbar sein. Sie können aber auch zu schweren Störungen und Beschwerden führen.

So kann eine Kopfneigung zu einer Seite auffallen, der Kopf kann vorsichtig gehalten werden oder er wird oft geschüttelt. Manche Hunde kratzen sich vermehrt bis sehr häufig an den Ohren. Dabei kann es zu Schmerzensschreien kommen. Der Hund kann einen ataktischen Gang aufweisen, schlimmstenfalls einen Hörverlust erleiden, oder es tritt eine Gesichtslähmung ein.

Studien zeigen, dass eine solche Erkrankung besonders bei brachycephalen Rassen auftritt. Es wird angenommen, dass die Ursache der Verlegung der Ohrtrompete im knöchernen Teil der Tuba auditiva liegt; auch scheint die Oberflächenbeschaffenheit der Ohrtrompete durch bestimmte Substanzen verändert, so dass die Ohrtrompete verschlossen bleibt.

Auch wenn die Erkrankung PSOM an sich sehr selten aufzutreten scheint, so ist sie nach einigen Studien aus Schweden und Australien beim Cavalier gehäuft anzutreffen. Aus diesem Grunde wird z.Zt. in einer Studie versucht, den Vererbungsmodus zu entschlüsseln.

Der Nachweis dieser Erkrankung erfolgt am sichersten im MRT oder CT. Bei fortgeschrittenen Fällen kann der Tierarzt das vorgewölbte Trommelfell mit Pfropf bereits bei Sicht auf das Trommelfell erkennen.

Die Behandlung erfolgt durch einen operativen Trommelfellschnitt. Der Pfropf wird durch Spülung entfernt, lokal oder systemisch werden Kortikoide und Antibiotika verabreicht. Leider kommt es in einigen Fällen nach der Heilung des Trommelfells zum erneuten Entstehen des Schleimpfropfes. Somit muss die Operation wiederholt werden. Um eine Belüftung des Mittelohres zu gewährleisten, wurden deshalb auch Versuche mit Einlage eines Paukenröhrchens unternommen, die erfolgreich zu sein scheinen.

Dr. Kathrin Lange

Kastration - Segen oder Fluch?

Wenn man sich mit dem Thema der anhaltenden Fruchtbarkeitsunterbrechung und deren Auswirkungen beim Hund beschäftigt, sollten zuerst einigen Begriffe geklärt werden. Bei der
Kastration handelt es sich um die Entfernung von Hoden oder Eierstöcken, im Gegensatz zur
Sterilisation, bei der nur die Samenleiter oder Eileiter entfernt oder unpassierbar gemacht werden.

Der Sexualzyklus der Hündin wird in 4 Phasen eingeteilt.

Die erste Phase der Läufigkeit wird als Proöstrus (Vorbrunst) bezeichnet.
Sie dauert im Durchschnitt 10 Tage mit einer Variationsbreite von 7 bis 13 Tagen. In dieser Phase schwillt die Vulva (Scham) der Hündin an, sie beginnt individuell stark variierende Mengen von hellem Blut abzusetzen und versucht, Rüden durch das Absetzen von Urinspuren anzulocken.

Die darauffolgende Phase wird als Östrus (Brunst) bezeichnet.
Die Scham ist jetzt maximal angeschwollen, der blutige Ausfluss wird heller bis fleischwasserfarben und die Hündin beginnt sich zu stellen. Dies bedeutet, dass die Hündin dem Rüden das Hinterteil präsentiert, ihn aufsteigen lässt und die Rute zur Seite legt. Krault man die Hündin im Bereich der Schwanzwurzel, legt sie ebenfalls die Rute beiseite. Diese Phase dauert etwa 6 Tage (Variationsbreite 2 bis 12 Tage). Nur in dieser Phase ist die Hündin empfängnisbereit.

Darauffolgend kommt die Hündin in die Rückbildungsphase (Metöstrus).
Sie umfasst ca. 9-12 Wochen. Die Blutung endet, oft mit etwas gelblichem übelriechenden Ausfluss, die Vulva schwillt ab, die Hündin bildet in jedem Falle Gelbkörperhormon und Prolaktin, ganz gleich ob sie trägt oder nicht. Dies führt auch zur sogenannten „Scheinschwangerschaft“, die ein sinnvolles Überbleibsel des wölfischen Erbes darstellt um im Falle des Ausfalles der Alpha-Wölfin als Ernährerin der Welpen, diese Welpen säugen zu können. Aus diesem Grunde ist es auch nicht möglich, durch Bestimmung dieser Hormone eine Schwangerschaft festzustellen.

Als letze Phase folgt die sexuelle Ruhephase, Anöstrus genannt.

Der beschriebene Sexualzyklus findet bei der Hündin 1-3x im Jahr statt, wobei kleinere Rassen in der Regel kürzere Abstände aufweisen als größere Rassen.

Außer für die Fortpflanzung sind die Sexualhormone auch für die Ausprägung der typischen Geschlechtsmerkmale unserer Hunde verantwortlich, so für Körperbau, Wachstum, Psyche, evtl. Temperament, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen etc..

Für die Kastration kann es medizinisch notwendige Gründe geben, ebenso wird eine Vielzahl anderer Begründungen für die Durchführung der „Notwendigkeit“ einer Kastration angegeben.

Kastrationsgründe beim Rüden sind
Hodentumore, Hodenentzündungen, Prostataerkrankungen, hormonabhängige Tumoren anderer Organe, Bauchhoden (Kryptorchismus), aber auch unerwünschte Verhaltensweisen wie Streunen, Aggressivität gegen Hunde, territoriale Aggressivität, Harnmarkieren, Aufreiten, Angstbeißen, Ängstlichkeit u.ä..

Bei der Hündin steht die bleibende Unterbrechung der Fruchtbarkeit im Mittelpunkt.
Teilweise wird die Läufigkeit als unhygienisch oder abstoßend empfunden.
Kastrationsindikationen aber sind vor allem:
Eierstocktumore, Gebärmuttererkrankungen (Tumore, Pyometra, chronische Veränderungen ect.), Verhinderung von Brustkrebs und gutartigen Mammatumoren.
Ebenso werden Hündinnen zur Verhinderung der Scheinschwangerschaft kastriert, bei Zuckerkrankheit, da die Gestagene als diabetogen („zuckerfördernd“) beschrieben werden sowie bei Verhaltensauffälligkeiten: Angst, Aggression u.ä..

Nebenher habe ich als äußerst ungewöhnliche Begründungen für eine Kastration gefunden:
„Bellen, Ungehorsam, Stubenunreinheit, Depression und Trägheit“.

Da das Verhalten unserer Hunde nicht nur durch die einwirkende Hormonaktivität beeinflusst wird, sondern auch durch Erziehung, positive oder negative Lernprozesse, Sozialisation, angeborene Charaktereigenschaften u. v. m., führt die Kastration nur in einem beschränkten Rahmen zur Abänderung von unerwünschten Verhaltensweisen!

Bei Rüden können Verhaltensweisen bis maximal 70% beeinflusst werden.
Das Streunen wird durch die Kastration in den meisten Fällen beseitigt, Aggressionen gegen Rüden zu etwa 50%, ebenso wie das Markieren. Diese Erfolge stellen sich bis ca. 2 Jahre nach Kastration ein. Die territoriale Aggression und das Angstbeißen werden in der Regel nicht beeinflusst.

Die Aggressionen der Hündin werden in der Regel eher verstärkt als gebessert, da der besänftigende Einfluss der Östrogene fehlt, die Angst nimmt ebenfalls nicht ab.
Ob bei bestehender Zuckerkrankheit die Kastration den Zuckerspiegel nachhaltig positiv beeinflusst, bleibt umstritten, eine Gewichtsreduktion ist hier in der Regel wirksamer. Diese wird in der Regel durch eine Kastration allerdings noch schwieriger, da sich die Stoffwechselprozesse des Hundes verlangsamt. Nicht selten zeigt die kastrierte Hündein einen deutlich erhöhten Appetit.

Eine Scheinschwangerschaft wird nach der Kastration nicht mehr auftreten, wobei nochmals erwähnt werden sollte, dass die Scheinträchtigkeit nur in seltenen Fällen ein krankhaftes Ausmaß erreicht und sie eine Verhaltensweise auf den natürlichen Hormonverlauf unserer Hündinnen darstellt. Die scheinschwangere Hündin sollte viel Bewegung und wenig Futter erhalten. Dazu bei Bedarf kühlende Umschläge oder Salben auf das Gesäuge, möglichst wenig Manipulation am Gesäuge und nur in schlimmen Fällen Beruhigungsmittel oder Hormone vom Tierarzt.

Die Reduktion der Brustkrebshäufigkeit scheint nur zu wirken, wenn die Hündin bis zum 2. Sexualzyklus kastriert wurde, spätere Eingriffe scheinen keinen schützenden Einfluss auszuüben.

Zu den Risiken und unerwünschten Nebenwirkungen der Kastration
gehören zuerst die Operationsrisiken und –folgen.
Neben dem Narkoserisiko, kann es bei jeder Operation zu Blutungen kommen, die in seltenen Fällen auch lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Es kann zu Entzündungen im Operationsgebiet kommen, Verwachsungen können entstehen, auch Fistelbildungen sind möglich. Immerhin handelt es sich bei der Kastration der Hündin um einen Baucheingriff.

Eine klassische Nebenwirkung der Kastration ist die Gewichtszunahme, die bis zu 50% aller kastrierten Hündinnen betrifft.
Die veränderte Stoffwechsellage der Hündin führt zu einer besseren Futterverwertung bei gleichzeitig gesteigertem Appetit. Zusätzliche Bewegung bringt in der Regel nur wenig Erfolg; Hilfe bringt hier nur die konsequente Futterreduktion.
Da Übergewicht einen bedeutenden Risikofaktor für Stoffwechselerkrankungen wie Zuckerkrankheit und Herz-Kreislauferkrankungen darstellt, ist diese Nebenwirkung für unsere Cavaliere nicht zu vernachlässigen.

Bis zu 20% aller kastrierten Hündinnen entwickeln bis 2 Jahre nach der Operation ein Harnträufeln, das vornehmlich im Schlaf auftritt. Größere Rassen werden hiervon zwar häufiger betroffen als kleinere Rassen, der regelmäßige Verlust kleinerer Mengen Urin am Schlafplatz des Hundes ist allerdings meist belastender als 2 umschriebene Läufigkeiten im Jahr. Eine Behandlung des Harnträufelns ist mit Medikamenten aus der Gruppe der Sympathomimetika möglich, ebenso mit Östrogengaben, auch Einspritzungen von Teflon um die Harnröhe der Hündin unter Sichtkontrolle werden vorgenommen.

Werden Hunde bereits vor der Geschlechtsreife kastriert, kommt es zur Verzögerung des Epiphysenschlusses um ca. 8 Wochen und somit zu einem verspäteten Abschluss des Knochenwachstums mit möglicherweise entstehenden Deformierungen. Aus diesem Grunde wird diese frühe Kastration in Deutschland selten durchgeführt, in den USA wird meist vor der Geschlechtsreife kastriert.

Im Rahmen der früh praktizierten Kastration in den USA wurde festgestellt, dass Hunde, die zur Ausbildung zum Blindenhund vorgesehen waren, weniger lernfähig bzw. ausbildungsfähig waren als nach der Geschlechtsreife kastrierte Tiere, so dass Hunde für Rettungs- oder Arbeitsgebrauch entgegen der üblichen Praxis dort auch später kastriert werden.

Ob es bei kastrierten Hündinnen zu einer Abnahme der Knochenmasse kommt, wie dies bei kastrierten Frauen bekannt ist, bleibt noch zu klären.

Eine für unsere Cavaliere typische Folge der Kastration ist das übermäßige Wachstum der Wollhaare auf Kosten des typischen festen seidigen Grannenhaares des erwachsenen Cavaliers, welches fast jeden kastrierten Cavalier betrifft. Diese durch den Sexualhormonmangel entstehende Veränderung wird etwa 3 Monate nach erfolgter Kastration auffällig.
Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Veränderung zwar nur um ein „Schönheitsproblem“, das Aussehen unserer Cavaliere wird aber durch diese Fellveränderung erheblich beeinträchtigt, das typische Aussehen eines Cavaliers deutlich negativ verändert.

Dabei möchte ich auch daran erinnern, dass es auch zu den im Standard definierten Zuchtzielen gehört, dass der Cavalier ein möglichst glattes, seidiges und schlichtes (gemeint ist glattes) Fell aufweist, worum sich viele Züchter seit vielen Cavaliergenerationen bemühen.

Zusammenfassend bleibt zu erwähnen, dass es für die in den Medien häufig angepriesene Kastration, so z. B. auch in Tiermagazinen, Fernsehsendungen etc., neben notwendigen unabwendbaren medizinischen Indikationen ebenfalls eine Menge nicht eindeutiger, oft von falschen Vorstellungen geprägter oder schlichtweg bequemer Gründe gibt, die durch die Kastration nicht erreicht werden können und die die möglichen Komplikationen für unsere Tiere nicht im richtigen Verhältnis abwägt.

Dr. Kathrin Lange

Impfungen bei Hunden - auch heute noch zeitgemäß!

In der letzten Zeit wurde nicht nur bei Menschen im Rahmen des „gesunden und natürlichen“ Umgangs mit Erkrankungen immer wieder die Frage aufgeworfen, warum wir impfen, ob man überhaupt impfen solle oder ob es nicht besser sei, Erkrankungen zu durchleben, um dadurch einen „natürlichen“ Schutz gegen Krankheiten zu haben. Ein häufiges Argument gegen das Impfen ist auch, dass es „die Erkrankungen“ überhaupt nicht mehr gibt, was damit begründet wird, dass jemand einen Hund besitzt, der nie geimpft wurde und trotzdem oder gerade deshalb (?) gesund blieb.

Doch was ist Impfen eigentlich?

Wogegen impfen wir und auf welche Gefahren lassen wir uns ein, wenn unser Hund eine „dieser Erkrankungen“ bekommt?

Bei den Impfungen unterscheidet man die aktive Impfung von der passiven Impfung.

- Bei der aktiven Impfung werden abgetötete oder abgeschwächte Erreger an den Empfänger verabreicht, dessen
  Immunsystem daraufhin reagiert und Antikörper bildet. Diese Reaktion benötigt eine gewisse Zeit.
  Es verbleiben Gedächtniszellen, die beim wiederholten Kontakt mit dem Erreger sofort mit der Produktion vieler 
  Antikörper reagieren.

- Bei der passiven Impfung werden bereits von anderen Organismen gebildete Antikörper verabreicht, die sofort die
  Erreger bekämpfen, vom Körper aber schnell abgebaut werden, da sie „fremd“ sind. 
  Zudem ist hier eine allergische Reaktion nicht selten.

Und wogegen impfen wir unsere Hunde eigentlich?

Oft fällt der Begriff „5-fach Impfung“.
Auf den Aufklebern im Impfpass befinden sich „seltsame“ Buchstaben, die erst nach längerem erkennen lassen, dass hier gegen 5 verschiedene Erkrankungen vorgebeugt werden soll. Diese Erkrankungen sind
 
- Leptospirose
- Staupe
- Parvovirose und
- HCC (Hepatitis contagiosa canis).
- Tollwut (Rabies)


Die Leptospirose ist eine weltweit verbreitete bakterielle Erkrankung, die auch als Morbus Weil bekannt ist.
Das natürliche Erregerreservoir sind besonders Nagetiere, die die Bakterien mit ihrem Urin ausscheiden und sie über Wasser auch über weite Strecken verbreiten können.
 
Die krankheitserregenden Bakterien heißen Leptospiren. Diese sind extrem nässe- und kältestabil und überdauern deshalb außerhalb der Nager gut in unserer Umwelt.

Aufgenommen werden Leptospiren durch Risse in der Haut oder öfters noch über Schleimhautkontakt, z. B. beim Schnüffeln oder beim Trinken aus Pfützen oder anderen natürlichen Quellen.
 
Symptome:

Die Erkrankung kann auch beim Menschen schwerste Verläufe zeigen. Es kommt zu hohem Fieber, Appetitlosigkeit, geröteten Bindehäuten, Mandelentzündung und dem gefürchteten Leber- und Nierenbefall. Mensch wie Hund erleiden eine Gelbsucht. Bei Nierenbefall werden Erreger mit dem Harn ausgeschieden und können erneut Erkrankungen auslösen. Schlimmstenfalls geht die Erkrankung in eine chronische Nierenerkrankung (Nephrosklerose) über. Beim Menschen sind Hirnhautentzündungen und Herzbeteiligung keine Seltenheit, Hunde sind davon weniger betroffen.

Die Leptospirose ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Vor der Antibiotika-Ära starben 90% der Leberstadien und 60% der nierenerkrankten Hunde, noch heute versterben 30% der erkrankten Hunde.

Behandelt wird mit Antibiotika, passive Immunisierungen sind möglich, die aktive Impfung 1-mal jährlich kann vorbeugend schützen.

 


Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die meist zusätzlich durch Bakterien verkompliziert wird.

Der Erreger ist den Masern des Menschen ähnlich und befällt alle „Hundeartigen“, Bären, Wiesel, Frettchen und Robben. Aufgenommen werden die Viren ähnlich unseren Grippeviren über Nase, Augen und Mundschleimhaut.

Der Erreger ist sehr kälteresistent.
Welpen werden durch Antikörper der Mutter geschützt, die über den Mutterkuchen übertragen wurden. Ab der 12. Lebenswoche sind Welpen staupeempfindlich. Die Erkrankung ist massivst ansteckend und weist eine hohe Sterberate auf. Durch die zunehmende Impfmüdigkeit kam es immer wieder zu Epidemien, so z.B. 1971/72 und 84/85 in der Schweiz und 87-89 in Frankreich.

Symptome:

Etwa eine Woche nach Kontakt kommt es zu hohem Fieber, der Hund ist apathisch, appetitlos. Nach 2 Tagen Fieberfreiheit kommt es erneut zu hohem Fieber, sowie zu grünem Augenausfluss, Lungensymptomen und auch Hirnbefall. Die Tiere sind schläfrig, erregt, können krampfen und blind oder taub werden.
 
Da die Staupe eine Virusinfektion ist, hilft die Behandlung mit Antibiotika deshalb nur gegen die bakterielle Superinfektion. Antikörper können verabreicht werden, die Sterblichkeit ist sehr hoch. Nur die Impfung kann schützen.

 

Hepatitis contagiosa canis (ansteckende Leberentzündung des Hundes) ist auch als Rubartsche Krankheit bekannt und wird durch ein Virus ausgelöst.

Symptome:

Die Erkrankung verläuft staupeähnlich. Die betroffenen Tiere weisen hohes Fieber auf, Appetitlosigkeit, Durchfälle, eine Blutungsneigung. Das Hirn kann befallen werden, die Mandeln und die Nieren. Die Hornhäute der Augen können sich trüben. Der Tod kann innerhalb von 3 Tagen eintreten.
Überlebt der Hund die ersten 4 Krankheitstage, ist die Prognose etwas besser.

Behandeln kann man Hepatitis lediglich mit Antikörpern. Antibiotika sind hier auch nur gegen die bakterielle Superinfektion zu geben.
Die Impfung kann vor der HCC schützen. 

 

Parvovirose ist eine besonders von Züchtern äußerst gefürchtete Krankheit, die innerhalb von Stunden zum Tode von Welpen führen kann.

Verursacht wird diese Erkrankung durch ein Virus, das vermutlich durch eine Mutation des Katzenleukopenie-Virus entstanden ist.
1977 trat die Erkrankung erstmalig in den USA auf und verbreitete sich schlagartig weltweit. Der Erreger ist extrem widerstandsfähig. Die Erkrankung betrifft vorwiegend Welpen und alte Tiere.

Symptome:

Unterschieden werden eine Herzerkrankung und ein Magen-Darmbefall.
Welpen mit Herzbefall im Alter von 2 bis 16 Wochen erleiden oft einen plötzlichen Herztod. Überleben diese Tiere, leiden sie fortan oft an schwerster Herzschwäche.

Der Schrecken der Züchter ist meist die gastroenteritische Form mit explosionsartigen wässrig-schleimigen bis blutigen Durchfällen, die in kürzester Zeit zum Austrocknen der Welpen mit Kreislaufstörungen und nachfolgendem Tod führen. Die Sterblichkeit der betroffenen Welpen ist hoch, bei Behandlung mit Infusionen immer noch 20%.
Die Impfung kann schützen. 

 

Tollwut (Rabies, Lyssa) ist eine ausnahmslos tödlich verlaufende Viruserkrankung des Zentralnervensystems. Fast alle Warmblüter, so auch der Mensch, können daran erkranken und sterben daran.
 
Die Tollwut ist keineswegs ausgestorben! Immer wieder tritt Wildtollwut auch in Deutschland auf, so vor kurzem wieder in Hessen und Nordwürttemberg.

Das Virus im Speichel wandert langsam an den Nerven entlang in das Gehirn, Speicheldrüsen, innere Organe und Muskeln. 2 bis 12 Wochen oder auch noch länger benötigt dieser Vorgang.

Symptome:

Beim beginnenden Krankheitsverlauf sind als diskrete Frühsymptome häufig Schreckhaftigkeit, Erregung, ungewohnte Zutraulichkeit oder Fliegenschnappen zu beobachten.
Um die Bissstelle kommt es zu Missempfindungen, die Tiere lecken und knabbern dort, die Bissstelle kann bis zur Verstümmelung benagt werden.
Ein sogenannter „perverser“ Appetit kann auftreten, wobei ungenießbare Dinge verschluckt werden. Ein melancholisches Stadium, die „stille Wut“ tritt oft beim Hund auf, nach 3 Tagen kann es zur Raserei mit verminderter Schmerzempfindung kommen, danach tritt unter Krämpfen und Atemlähmung der Tod ein.
Bekannt sind Schlundkrämpfe beim Anblick von Wasser, das nicht getrunken werden kann. Das Bewusstsein bleibt erhalten, betroffene Menschen erleben dieses langsame Sterben bei vollem Verstand, lediglich die Intensivmedizin kann das unvermeidliche Sterben etwas erleichtern.

Dabei gibt es verschiedene Impfstoffe, einen Tot- und einen Lebendimpfstoff.
Da in manchen Ländern ein Lebendimpfstoff verwendet wird, der nur 70 Passagen während des Herstellungsprozesses durchlaufen hat, müssen die zu impfenden Hunde hier älter als 5 Monate sein.
Die in Deutschland verwendeten Impfstoffe sind für Welpen ab der 12. Woche zugelassen. Hier besteht keine Gefahr einer Infektion des Welpen durch den Impfstoff. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die genannten Symptome der Tollwut schwerste Erkrankungen des Hundes mit hoher Sterblichkeit darstellen und dass somit das Durchleiden der Erkrankungen für den Hund eine schlimme Qual darstellt; nicht zuletzt besteht auch noch das Risiko für den Besitzer, selbst an Leptospirose oder noch schlimmer: an Tollwut zu erkranken.

Schutz vor Tollwut kann lediglich die aktive Immunisierung bieten.



Also impft Eure Tiere!

Noch eine Anmerkung zum Argument, dass ein Hund ungeimpft sein Leben ohne Erkrankung verbrachte.
Diese Tiere sind durch die Impfungen anderer Hunde mit geschützt, da diese nicht erkranken und sich die Erkrankungen also kaum von Hund zu Hund verbreiten.

Untersuchungen haben bewiesen:
Unterschreitet die Durchimpfungsrate 60%, sind wieder Epidemien möglich, wie dies bereits bei der Staupe erwähnt wurde.

Und wie impfen wir nun unsere Hunde?

Das Impfschema sieht vor, dass der Welpe in der Regel

- im Alter von etwa 8 Wochen eine erste Immunisierung gegen Leptospirose, Parvovirose, HCC und Staupe erhält.

- 4 Wochen später, also im Alter von ca. 12 Wochen, die gleiche Kombination und in Deutschland
  die erste Tollwutimpfung. 

Nach aktuellen Erkenntnissen wird empfohlen, nach

- 4 weiteren Wochen, also im Alter von etwa 16 Wochen oder 4 Monaten, dies zu wiederholen,
  da manche Welpen zum Zeitpunkt der ersten Impfungen noch viele mütterliche Antikörper aufwiesen
  und somit selbst keine oder nur wenige    Antikörper bildeten.
 
- Nach der Grundimmunisierung erfolgen jährliche Auffrischungsimpfungen.

Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Tierarzt beraten - zum Wohle Ihres Hundes!                                                                                                                            

                                                                                                            

Dr. Kathrin Lange

 

 

 

ANAPLASMOSE - gefährlich, aber vermeidbar!

Bei schönem Wetter zieht es uns mit unseren vierbeinigen Begleitern raus in die Natur. Lange Spaziergänge durch Wald und Feld machen viel Freude und unsere Cavaliere können sich dabei richtig austoben.
Mancher Hund bringt sich von seinem Spaziergang eine Zecke mit. Gerade bei Hunden mit langem Fell bleibt eine Zecke manchmal für Stunden unentdeckt. In den meisten Fällen reicht es, die Zecke zu entfernen, jedoch kann es auch da schon zu einer Übertragung von Krankheitserregern gekommen sein.

In diesem Sommer häuft sich in unserer Gegend (am Niederrhein) die Diagnose Canine Anaplasmose.

Die Canine Anaplasmose ist eine durch Zecken (Holzbock) übertragene Infektionskrankheit, bei der Bakterien über den Speichel der Zecke in die Blutbahn des Hundes gelangen. Die Infektion kommt in ganz Nord- und Mitteleuropa vor und ist auch in Deutschland häufig anzutreffen.

Erste Krankheitssymptome
treten nach 2 bis 20 Tagen auf. Das Bakterium Anaplasma phagocytophilum befällt zuerst die weißen Blutkörperchen und zerstört diese, wodurch das Immunsystem des Hundes enorm geschwächt wird. Über die Blutbahn verteilt sich das Bakterium im ganzen Körper und setzt sich an der Wand von Blutgefäßen und Organen wie Lunge, Leber, Nieren, sowie an den Hirnhäuten ab.

Zuerst verschlechtert sich das Allgemeinbefinden des Hundes, Fieber von 40 - 41°, Atembeschwerden, Husten, Augen- und Nasenausfluss, Niesen und sogar Nasenbluten, sowiehäufig Erbrechen und Gewichtsverlust gehören genauso zu den Symptomen wie auch Gelenkprobleme. Lymphknotenschwellungen, Entzündungen der Gelenke sowie Vergrößerung von Milz und Leber können auftreten.

Sind die Hirnhäute betroffen, können auch neurologische Symptome auftreten.

Im Blutbild zeigt sich häufig eine Anämie, eine Abnahme der Thrombozyten und Störungen im Proteinhaushalt.

Oft wird der Erreger auch nur im Körper eingelagert und bleibt dort jahrelang verborgen. Er wird erst aktiv, wenn das Immunsystem geschwächt ist wie zum Beispiel durch einen Wurf, Stress, Kälte, Hunger oder durch andere Infektionskrankheiten. Bei gleichzeitiger Infektion mit Borreliose sind die Krankheitssymptome stärker ausgeprägt.

Ähnliche Symptome wie die der Anaplasmose können auch die Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose verursachen.
Auch der Mensch kann an Anaplasmose erkranken, eine Übertragung vom Hund auf den Menschen bzw. vom Menschen auf den Hund ist jedoch unwahrscheinlich.

Die Behandlung
erfolgt mit Antibiotika wie Doxycyclin, Tetracyclyn bzw. Oxytetracyclin über (2 bis) 4 Wochen. Eine Heilung ist jedoch nicht garantiert.

Verhütung
kann nur durch regelmäßige Kontrollen des Hundes und sofortige Entfernung von Zecken bzw. besser noch durch den Einsatz von Zecken abwehrenden Mitteln erfolgen. Da Zecken nicht nur im Wald oder Feld, sondern auch in jedem Garten lauern können, sollte auf eine regelmäßige Prophylaxe nicht verzichtet werden.

 

                                                                                                                                        Bärbel Heber

Vorsicht: Giftpflanzen!

Dieser Artikel soll niemanden verunsichern, aber es ist sicher nicht verkehrt, immer ein wachsames Auge auf Pflanzen zu richten, die für Ihren Hund eine Gefahr darstellen können, weil sie giftige Stoffe beinhalten.

Wenn sie ein neues Heim beziehen, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die bereits vorhandene Gartenbepflanzung richten:

Es gibt etliche bekannte und vor allem sehr beliebte Gartenpflanzen, selbst Gemüsepflanzen, die trotz ihrer Schönheit und Beliebtheit Stoffe enthalten, die bei unseren Cavalieren zum Teil gravierende und sogar tödliche Vergiftgserscheinungen hervorrufen können.
Deshalb mag der Eine oder Andere überrascht sein, dass ausgerechnet seine Lieblingspflanze überhaupt nicht in seinen Garten gehört. Vor allem, wenn ein Welpe einzieht, sollte die betreffende Pflanze entweder umzäunt oder sogar sicherheitshalber ganz entfernt werden.

Werfen Sie auch einmal einen aufmerksamen Blick auf Ihre Zimmerpflanzen, denn auch unter diesen gibt es eine Reihe, die für Ihren Hund giftig sind!
Auch können ungiftige Pflanzen, die Sie gerade gekauft haben, kurz zuvor mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel behandelt worden sein, das giftig wirken kann; in dem Fall träfe die Pflanze selbst natürlich keine "Schuld".

Aufmerksam sollten Sie aber auch auf Spaziergängen sein, bei denen Ihr Hund bekannte und unbekannte Pflanzen oder Teile davon anknabbert oder gar frisst. Auch das Stöckchen, das Sie zum Werfen vielleicht unterwegs abbrechen, sollte nicht ausgerechnet von einer Eibe stammen...

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihr Hund eine giftige Pflanze allein erkennen wird und sie deshalb ignoriert!
Er weiß ebenso wenig wie ein Mensch "instinktiv", ob eine Pflanze giftig ist. Besondere Aufmerksamkeit brauchen Welpen und junge Hunde, die gern an allem herumknabbern und wegen ihres noch empfindlichen Verdauungstraktes und ihres noch nicht voll entwickelten Abwehrsystems besonders gefährdet sind.

Auch ist zu beachten, dass nicht alle Pflanzen oder Pflanzenteile für alle Tiere gleichermaßen giftig oder ungiftig sind.
Beispiel: Die Avocado, eine birnenförmige Frucht (eigentlich eine Beere) mit gelblich-grünem Fruchtfleisch. Sie ist für uns vielleicht eine Delikatesse, aber auf Pferde, Rinder, Ziegen, Schafe, Hunde und Katzen, Kaninchen, Hasen, Ratten und Mäuse, Meerschweinchen, Hamster, Fische und Vögel wirkt das Fleisch zum Teil stark giftig bis tödlich.

Wenn Sie einmal mit "Giftpflanzen" googeln, finden Sie mehrere hundert Pflanzen umfassende Listen von "A" wie "Abendländischer Lebensbaum" bis "Z" wie "Zypressenwolfsmilch".
Dazwischen finden sich Pflanzen wie  Alpenveilchen, Besenginster, Dicke Bohne, Efeu, Engelstrompete, Fingerhut, Goldlack, Herbstzeitlose, Immergrün, Jakobskreuzkraut, Krokus, Primel, Rhododendron, Robinie, Stechapfel, Tulpe u.v.a., die mehr oder weniger schwere Vergiftungserscheinungen, zumindest aber (Schleim-)Hautprobleme verursachen können.

Dass Medikamente, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel immer außerhalb der Reichweite Ihres Hundes bleiben müssen, ist selbstverständlich. Achten Sie auch auf Rattengift, Schneckenkorn, Mäusegift u. ä.


Woran erkennt man eine Vergiftung?

Das Erkennen einer Vergiftung ist allein schon deshalb nicht immer einfach, weil die Symptome manchmal erst nach Stunden auftreten können und dann die Ursache viel schwieriger zu ermitteln ist als während oder gleich nach dem "Kontakt" mit dem Gift.
Allgemein kann man sagen, dass ein Verdacht auf eine Vergiftung immer dann ins Auge gefasst werden sollte, wenn sich der Hund plötzlich ganz anders verhält als normal; z. B. wenn er auf einmal viel ruhiger oder auch ängstlicher ist, wenn er sein Lieblingsfutter und seine Leckerchen nicht mag und er sein Lieblingsspielzeug links liegen lässt.

Haben Sie den Verdacht auf eine Vergiftung gilt:

SOFORT und schnellstens zum TIERARZT!

Nehmen Sie möglichst eine Probe von dem mit, was zur Vergiftung geführt hat; dazu gehört vor allem auch das eventuell Erbrochene, das oft noch Teile davon enthält.

Ist ein Tierarzt nicht erreichbar, können Sie auch bei einer Vergiftungszentrale (i
n Deutschland gibt es ca. 9) anrufen, dort sind kompetente Leute, die schon vorab am Telefon hilfreiche Ratschläge geben können.

Zu den Symptomen einer Vergiftung gehören:

  • - erhöhter Speichelfluss ("Sabbern") oder sogar Schaum vor dem Mund
    - Erbrechen und/oder Durchfall
  • - blasse oder blaue Schleimhäute oder punktartige Einblutungen in den Schleimhäuten
  • - beschleunigte Atmung, Hecheln
  • - erhöhter Puls, Herzrasen
  • - erhöhte oder auch niedrige Körpertemperatur
  • - starke Erregungszustände mit Zittern und Muskelkrämpfen
  • - harter, aufgeblähter Bauch
  • - Kreislaufbeschwerden und Lähmungserscheinungen bis zur Bewusstlosigkeit.

Um sicher zu gehen, dass beim Versuch einer Aufzählung der Giftpflanzen und ihres Giftigkeitsgrades nichts Wichtiges vergessen wird, verweise ich auf einschlägige Seiten im Internet. Hier nur 1 Beispiel:

http://www.botanikus.de/Botanik3/Tiere/Hunde/hunde.html


von der auch einige Hinweise für den obigen Text entnommen wurden; die Seite enthält eine umfangreiche und sehr informative tabellarische Aufzählung  heimischer und auch importierter giftiger Zimmer- und Freilandpflanzen, einschließlich Beeren und Früchten, mit den entsprechenden giftigen Pflanzenteilen, den Wirkstoffen und den Symptomen. Die Namen der Pflanzen kann man anklicken, dann gelangt man zu einem bebilderten Artikel, in dem die entsprechende Pflanze abgebildet ist und ihre Inhaltsstoffe genauer berschrieben werden.

Auch wenn Sie ein noch anderes Tier außer einen Hund haben, finden Sie hier die entsprechenden Hinweise und Warnungen vor solchen Pflanzen, die speziell für diese Tiere giftig sind.
Sollten Sie den Link nicht direkt anklicken können, kopieren Sie ihn einfach und fügen Sie ihn in Ihren Browser ein.

Ansonsten "googeln" mit den Begriffen "Vergiftung" und "Hund"; Sie finden eine Fülle entsprechender Seiten.
 

                                                                                                                               Dr. Hartmut Nüske

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