Das macht der ICC e. V. für die Gesundheit unserer Cavaliere
Der Internationale Club für Cavalier King Charles Spaniel (ICC e.V.) ist der größte Spezialzuchtverein für Cavalier King Charles Spaniel in Deutschland unter dem Dachverband des VDH (Verband für das deutsche Hundewesen). Der VDH ist das deutsche Mitglied des kynologischen Dachverbandes für Rassehunde FCI (Fédération Cynologique Internationale.)
Der ICC steht seit seiner Gründung neben der Einhaltung der geltenden Rassestandards für die Zucht gesunder Cavaliere durch eine konsequente Umsetzung der aktuell geltenden wissenschaftlichen Standards. Dies führte zu einer deutlichen Verbesserung der Gesundheit und Langlebigkeit bei unseren im ICC gezüchteten Cavalieren und zur Reduktion und Eliminierung einiger beim Cavalier beschriebener Krankheiten.
Seit den Anfängen des ICC 1989 steht die Herzgesundheit bei Cavalieren im Fokus unserer Zuchtmaßnahmen. Zuchthunde mussten bereits regelmäßig zu Beginn Herzbefunde zum Erwerb und Erhalt der Zuchtzulassung an die Zuchtleitung übersenden.
Bereits ab dem Jahr 2000 haben wir an einem Pilotprojekt unter der Leitung des wissenschaftlichen Beirates des VDH dazu teilgenommen, bei dem alle Zuchttiere aus 2 Jahrgängen von ausgewählten Kardiologen auskultatorisch und mittels Herzultraschall untersucht worden sind, um die Häufigkeit der Mitralklappeninsuffizienz und evt. anderer Herzerkrankungen festzustellen und passende Zuchtstrategien zu entwickeln. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind in unsere Zuchtmaßnahmen eingeflossen. Unsere Cavaliere werden regelmäßig auf die notwendige Herzgesundheit untersucht, wobei Rüden, die sich in der Zucht befinden, einmal jährlich und Hündinnen jeweils direkt vor dem Eindecken nachweisen müssen, dass sie herzgesund sind. Bereits diskrete Veränderungen führen zum Zuchtausschluss. Zudem sammeln wir die Befunde von Liebhaberhunden, um damit die Erfolge unserer Maßnahmen zu verifizieren. Dabei zeigen sich deutliche Erfolge mit Zunahme des durchschnittlichen Lebensalters.
Bereits ab dem Jahr 2004 wurde im ICC die 26 Ahnen-Regel - eine Regelung zur Verminderung von Engzucht-bedingten Erkrankungen - eingeführt. Dies bedeutet, dass ein Cavalier, der in der Zucht eingesetzt wird, in seinen letzten 4 Generationen von 30 möglichen Ahnen mindestens 26 verschiedenen Ahnen haben muss. Auch im ICC gezogene Welpen müssen mindestens 26 verschiedene Ahnen haben.
Zusätzlich zu den beschriebenen gesundheitsfördernden Maßnahmen mussten und müssen sich Zuchttiere zur Zuchtzulassung seit 2005 auf Patellaluxation untersuchen lassen. Diese Erkrankung kommt aufgrund der langjährigen Selektion in der Nachzucht der ICC-Cavaliere kaum noch vor.
Seit dem Jahr 2011, in dem in England ein Gentest auf die Erkrankungen Curly Coat / Dry Eyes und Episodic Falling auf den Markt kam, wurden alle unsere Cavaliere auf diese Erkrankungen getestet. Bei den Erkrankungen handelt es sich um einen monogenen rezessiven Erbgang. Das bedeutet, dass kranke Tiere nur entstehen können, wenn das Tier von beiden Eltern jeweils die Genvariante geerbt hat, die die Krankheit vererbt. Betroffene Tiere wurden von der Zucht ausgeschlossen. Seither wurden keine Welpen mit diesen Krankheiten mehr im ICC geboren. Um zu verhindern, dass durch möglicherweise fehlerhafte Tests oder Verwechslungen oder durch Importe von Hunden aus anderen Ländern doch Hunde mit Dispositionen dieser Erkrankungen bei der Zucht aufeinandertreffen, müssen die Tests alle zwei Generationen wiederholt werden. Diese Erkrankungen gibt es bei Hunden aus dem ICC e.V. nicht mehr.
Bei der Syringomyelie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der es im Laufe des Lebens zu einem flüssigkeitsgefüllten Hohlraum im oberen Halsmark des Rückenmarks kommt. Dies kann zu erheblichen Schmerzen und daraus folgenden Verhaltensänderungen und Bewegungsstörungen, wie z.B. dem „Scheinkratzen“ kommen.
Bereits seitdem diese Erkrankung bekannt wurde, haben wir Maßnahmen nach dem jeweils aktuellen Wissensstand dagegen eingeleitet. Es wurden Schulungen zu den Erkrankungen mit den jeweils entsprechenden Fachleuten zu diesen Erkrankungen, wie Prof. Dr. Martin Schmidt und Clare Rusbridge, für Züchter und Interessierte abgehalten. Wir haben ICC-Züchter und Liebhaber unserer Rasse motiviert, an den Studien in Gießen zur Prävalenzbestimmung dieser Erkrankung teilzunehmen und ihre Cavaliere darauf freiwillig untersuchen zu lassen. Klinisch auffällige Zuchttiere haben ihre Zuchtzulassung verloren, Besitzer wurden bei Fragen zu den Erkrankungen beraten und an die Fachleute zu der Erkrankung verwiesen. Viele Züchter haben seit der Prävalenzstudie ihre Cavaliere bereits seit vielen Generationen freiwillig einer MRT unterzogen und betroffene Hunde von der Zucht ausgeschlossen.
Aktuell ist der ICC der einzige Verein im deutschsprachigen Raum, der die MRT mit Auswertung durch entsprechend ausgebildete Tierärzte verpflichtend zum Zuchteinsatz seiner Cavaliere fordert. Alle Hunde im Zuchteinsatz müssen ein MRT vorlegen. Hunde mit Veränderungen, die nach den internationalen Richtlinien als Syringomyelie eingestuft werden, erhalten keine Zuchtzulassung. Junge Hunde (Alter zwischen einem und drei Jahren) mit leichten Veränderungen, die noch nicht das Ausmaß einer Syringomyelie im MRT zeigen, erhalten ebenfalls keine Zuchtzulassung. Damit sind unsere Zuchtvoraussetzungen zur Syringomyelie strenger als die Empfehlungen der internationalen Fachkommissionen von 2012.
In manchen Medien wird auch eine besondere Schädelform (Chiari like Malformation), die zur Einklemmung von Kleinhirnanteilen in das Hinterhauptsloch führen kann, als Ursache für die SM benannt, was sich wissenschaftlich so nicht bestätigen ließ. Zudem wird die Chiari Malformation (CM) mit den ihr zugeschrieben möglichen Auswirkungen mit den Symptomen der Syringomyelie (SM) vermischt. Die Chiari Malformation kann ebenfalls nur durch eine MRT nachgewiesen werden. Dabei ist früher ein Zusammenhang zwischen der Chiari Malformation und der Syringomyelie vermutet, aber bisher nicht bewiesen worden. Dr. Mandigers, Spezialist zu diesen Erkrankungen aus den Niederlanden, stellte in einer sehr großen Studie von 2017 mit 1020 ausgewerteten Cavalieren fest, dass es zwar viele Fälle von CM und gemeinsam SM gibt, dass es aber keine eindeutige Kausalität zwischen den Krankheiten gibt. Er gibt die Empfehlung, eindeutig auf Syringomyelie zu selektieren - was wir im ICC machen - da dann die Chiari Malformation ebenfalls rückläufig sein werde. Über die Auswirkungen der Chiari Malformation wird weiterhin diskutiert, ob und in welcher Ausprägung sie zu Beschwerden führen kann, da sie bei verschiedenen Hunde- als auch Katzenrassen oft ohne klinische Symptomatik zufällig gefunden wird. Die Chiari Malformation wird bei der Befundung der MRT ebenfalls ausgewertet, schwerwiegende Formen der Chiari Malformation werden vorsorglich im ICC von der Zucht ausgeschlossen, obwohl die Auswirkungen auf das Wohlbefinden unserer Hunde bisher nicht abschließend geklärt sind.
Der ICC steht auch weiterhin für die Umsetzung von zuchthygienischen Standards, die auf aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen beruhen. Der Austausch mit den führenden Experten/-innen wird fortgesetzt und die Erkenntnisse daraus werden in die aktuellen Zuchtordnungen auch in Zukunft überführt werden
Stand: 27.09.2026
